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Wenn man am Arsch der Welt wohnt

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Wenn man am Arsch der Welt wohnt

Osterwald in Niedersachsen hat den territorialen Umfang einer 100.000 Einwohner Stadt, ist aber besiedelt mit 1159 Einwohnern. Für die Telekom bisher ein Anlass dafür, den Ort praktisch als “Nicht besiedelt” zu betrachten. Und kommt man, beim Verfügbarkeitstest der Deutschen Telekom, schon mal auf folgendes Ergebnis.

Und ja, es gibt eine konkurierende Ausnahme, die einem einen Glasfaseranschluss, in der Gegend zur Verfügung stellen könnte. (Auch diese hat derzeit dort keine Verfügbarkeit und kennt die Straße im Verfügbarkeitscheck nicht einmal.)

Ein 2,0 MBit Internet ist da sogar noch luxoriös. Eine Straße weiter kann nur 380 KBit Internet angeboten werden.

Wirtschaftlichkeit

Es war bisher nicht wirtschaftlich, ein schnelles Internet auf so dünn besiedeltem Raum zur Verfügung zu stellen. Doch nun schließen auch auf dem Land Schulen, wenn es dort zu Corona Fällen über 50 Infektionen pro Tag kommt. In dem kleinen niedersächsischen Ort kam es bisher noch nicht dazu. Corona Fälle selbst gab aber jedoch schon. Und dann muss ein Internet-Unterricht stattfinden können.

Hier greift nun die gesellschaftliche Verantwortung des ehemaligen Staatsunternehmens der deutschen Post.

Technische Umsetzung

Denn auf einem riesigen Areal gibt es gar keinen DSL Access Multiplexer (praktisch ein Knotenpunkt für DSL Anschlüsse). Selbst dieser muss dort noch erstellt und gewartet werden. An diesem scheiterte bisher die Wirtschaftlichkeit, weil sich dieser für die Deutsche Telekom stets “lohnen” musste. Normalerweise müssen sich 600 Anschlussteilnehmer für diesen Knoten finden.

“Greift selbst zur Hacke”

Kein Witz. Die Deutsche Telekom rät am ländlichen Gebiet, im Einvernehmen mit der Orts- und Samtgemeindeverwaltung, selbst einen bis zu 2-3 Kilometer langen Graben zu errichten, damit vom nächsten DSL Access Multiplexer ein Kabel gezogen werden kann. Das ist mit 3 Leuten, die an einer Straße wohnen, die sich über 2 Kilometer erstreckt, schlecht umsetzbar. Jedoch verviertelt sich dann die Ausgabe für die Deutsche Telekom zur Errichtung eines DSL Access Multiplexer’s.

Jedoch muss auch dies mit der Telekom, wie auch mit der Gemeinde und Samtgemeinde vorher abgesprochen werden.

Telekom rät zu LTE

LTE ist die höchste Generation im der Reihenfolge GPRS, EDGE, HSPA,LTE. Man bezeichnet es auch als Luftinternet. Das Internet wird über Mobilfunkmasten transportiert. Jedoch sind die LTE Dongle schon mal sehr teuer und in Osterwald in Niedersachsen gibt es keinen LTE Empfang (Angeblich aber leichter zukünftig realisierbar als DSL). Im ganzen Ort (wie gesagt, groß wie eine moderne Kleinstadt) steht nicht einmal ein Mobilfunkmast. Den muss der Anbieter aber komplett selbst erstellen.

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